GET-IN-FORM: Berufsbilder im Studium
Ausbildung oder Studium: Es gibt nicht nur ein „Entweder-oder“. Mit einem dualen Studium lassen sich Studium und betriebliche Praxis verbinden. Ebenso kann man erst eine Ausbildung machen und später studieren – oder sich nach der Ausbildung zum Meister oder Techniker weiterbilden.
Für eine Ausbildung spricht: Man sammelt früh praktische Erfahrung, verdient bereits Geld und sieht unmittelbar, was man mit der eigenen Arbeit geschaffen hat. Gerade in technischen Berufen gibt es außerdem attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Gegen eine Ausbildung kann sprechen: Für manche hoch spezialisierten Entwicklungs- oder Führungspositionen wird ein Hochschulabschluss erwartet. Wer sich später akademisch weiterqualifizieren möchte, benötigt gegebenenfalls zusätzliche Schritte.
Für ein Studium spricht: Man erhält ein breites und tiefes Fachwissen und hat besonders gute Möglichkeiten in Entwicklung, Forschung, Konstruktion, Management und Führung. Gegen ein Studium kann sprechen: Es dauert länger bis zum vollen Berufseinstieg, ist stärker theoretisch geprägt und bietet während des Studiums meist weniger Einkommen und praktische Berufserfahrung.
Gießereitechnik / Metallurgie
Die Gießereitechnik ist als eigene Studienrichtung in den Studiengang Metallurgie eingegliedert. Ziel des Studiums ist die Ausbildung zum kritischen und verantwortungsbewussten Ingenieur, der selbständig an der technischen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung seines Faches mitwirken kann. In diesem Sinne wird auch der Gedanke des interdisziplinären Arbeitens und der Gruppenarbeit als berufsqualifizierende Notwendigkeit gesehen. Durch das Studium werden Fachkenntnisse und Fähigkeiten erworben, die ein problemorientiertes und wissenschaftliches Arbeiten gewährleisten. Die Ausbildung umfasst:
• mathematisch naturwissenschaftliche,
• ingenieurwissenschaftliche,
• werkstoffkundliche und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen
• die fachspezifische Vertiefung in die Gießereitechnik.
Das Studium gliedert sich in ein viersemestriges Grundstudium und ein fünfsemestriges Hauptstudium einschließlich Diplomarbeit. Im Grundstudium werden die Basiskenntnisse in der Mathematik, der Technischen Mechanik, in den Naturwissenschaften Chemie und Physik und in der Elektrotechnik vermittelt. Das Grundstudium umfasst daneben Einführungsvorlesungen über die Werkstoffklassen (Metalle, Glas, Keramik, Kunststoffe), Thermochemie der Werkstoffe und metallurgische Prozesstechnik. Außerdem wird in die für ein erfolgreiches Studium notwendigen Arbeitsmethoden eingeführt. Im Hauptstudium werden diese Kenntnisse durch Lehrveranstaltungen in den Fächern Werkstoffkunde, Werkstofftechnik und Prozesstechnik vertieft. Das Hauptfach „Gleichgewicht, Transport und Reaktion“ knüpft an die Methodik der Naturwissenschaften an und ergänzt sie durch technisch geprägte Vorstellungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Umweltschutz. Die Grundlagen der Maschinenlehre und der Betriebswirtschaft sind unentbehrliche Kenntnisse des in der Produktion arbeitenden Ingenieurs.
Den Schwerpunkt des Examens bilden die Lehrveranstaltungen der Gießereitechnik mit Vorlesungen, Praktika, Studien- und Diplomarbeit, von denen die letzten Studiensemester hauptsächlich in Anspruch genommen werden. Nicht selten kann sich dem Studium auch eine Promotion anschließen. Die Forschungsarbeiten orientieren sich dabei sowohl an den Anforderungen der heutigen Praxis als auch an den Herausforderungen zukünftiger Technologien. Besonderer Wert wird auf den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit der Industrie und anderen Forschungseinrichtungen gelegt.
Der Berufsstart nach dem Studium wird dadurch erleichtert, dass die Professoren der Fachrichtung Metallurgie enge Kontakte zu Wirtschaft und Industrie pflegen. Die Berufsaussichten in Betrieb, Forschung und Entwicklung sind nicht zuletzt wegen des großen Bedarfs an Ingenieuren und anwendungsorientierten Naturwissenschaftlern hervorragend.
Was erwartet mich im Studium? In speziellen Lehrveranstaltungen der Studienrichtung Gießereitechnik stehen die vielfältigen Gießverfahren, vom Stranggießen über das Hohl- und Vollformgießen bis hin zum Feingießen, im Vordergrund. Zum Einschmelzen, Raffinieren und Legieren der metallischen Einsatzstoffe werden Kupolöfen und Elektroöfen genutzt. Der Formenbau und die Anwendung von Formstoffen sind weitere Aspekte der Ausbildung. Von großem werkstofftechnischem Interesse ist die Gefügeentwicklung bei der Erstarrung der Metalle und Legierungen. In das Studium
ist ferner die berufspraktische Tätigkeit (Industriepraktikum) eingeordnet.
Universitäten und Hochschulen
Gießerei-Institut der RWTH Aachen
Hochschule für Technik und Wirtschaft Aalen
Technische Universität Clausthal,
Institut für Metallurgie
Universität Duisburg-Essen, Institut für angewandte Materialtechnik
TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,
Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung IFQ
Technische Universität München,
Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen